Sauna bei Erkältung » Ja oder nein?

Aufklärung von Mythen, die positiven Effekte vom Saunabaden, wann Saunieren sinnvoll ist und Tipps zum richtigen Saunieren.

Schnupfen, Husten, Halsschmerzen – Das sind typische Symptome einer Erkältung. Jetzt erst einmal in die Sauna und die Erkältung „rausschwitzen”, damit die Erkältung schnell wieder weg ist. Aber ist das so eine gute Idee? Ist die Sauna bei Erkältungen empfehlenswert oder sollte vielleicht doch eher gemieden werden? Lassen sich Viren einfach ausschwitzen? Wir klären die Mythen auf und geben Tipps, wie man im Falle einer Erkältung am besten Saunieren sollte.

SAUNA KATALOG 2020 – ALLE SAUNEN, ALLE PREISE

Ganz einfach mit dem neuen Sauna Katalog von Heimelier sich inspirieren lassen und schon bald die eigene Sauna genießen.

N
Sauna Gesamtprogramm im Überblick
N
mit den neuen Sauna-Design Modulen
N
mit aktuellen Preisen zu allen Modellen
N
mit individuellen Sonderrabatten nach Katalogzusendung!

Saunabaden stärkt das Immunsystem

Millionen Menschen gehen regelmäßig saunieren und das mit gutem Grund. Studien belegen, dass Saunabaden die Abwehrkräfte stärkt und allgemein die Gesundheit verbessert. So gilt Saunieren als eine gute Prophylaxe vor Erkältungen und Krankheiten. Zur Vorbeugung von Erkältungen und grippalen Infekten kann regelmäßiges Saunieren einiges leisten und den Körper stärken. Allerdings zeigen sich diese Effekte erst nach ein bis zwei Mal Saunabaden pro Woche für eine Dauer von mindestens acht bis zwölf Wochen.

Positive Wirkunen vom Saunen auf den Körper

  • In der Sauna, dabei spielt es keine Rolle ob bei 80, 90 oder 100 Grad Celsius, steigt die Körpertemperatur um ein bis zwei Grad Celsius und die Hauttemperatur sogar um bis zu zehn Grad Celsius. Das regt den Stoffwechsel an, was bedeutet, dass alle Zellen im Körper effizienter arbeiten. Darunter auch die Immunzellen, die Krankheitserreger bekämpfen können.
  • Durch den beschleunigten Stoffwechsel werden auch Gift- oder Schadstoffe, die den Organismus belasten, schneller aus dem Körper transportiert. Das ist der sogenannte Detox- oder Entgiftungs-Effekt, der dem Saunieren zugesprochen wird.
  • Der Körper wird beim Saunabaden für einige Minuten sehr hohen Temperaturen ausgesetzt. Im Anschluss kühlen wir ihn unter der kalten Dusche direkt wieder herunter. Dieser Temperaturwechsel von heiß zu kalt regt die Durchblutung der Blutgefäße an. So werden beispielsweise auch die Schleimhäute der Atemwege besser durchblutet, was deren Abwehr gegen Krankheitserreger steigert.
  • Durch die heißen Temperaturen werden Interferone ausgeschüttet. Dabei handelt es sich um Botenstoffe, die Krankheitserreger erkennen können und bei Bedarf die Abwehrkräfte einschalten. Je mehr Interferone der Körper freisetzt, desto besser funktioniert die Früherkennung von Erregern, wodurch das Risiko zu Erkranken sinkt.
  • Nicht nur die inneren Funktionen des Körper werden durch regelmäßiges Saunieren gestärkt, auch die Haut erfährt positive Einflüsse. Eine wichtige Aufgabe der Haut ist der Schutz von Erregern von außen, wozu der Säureschutzmantel der Haut entscheidend beiträgt. Saunabaden stabilisiert die Haut und stärkt den Säureschutzmantel. Ein weiterer positiver Effekt ist eine Verbesserung des Hautbildes durch die gesteigerte Durchblutung und bessere Sauerstoffversorgung.

10 Tipps, um durch Saunieren die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken

Welche vielen positiven Wirkungen Saunieren haben kann, wissen wir nun schon. Doch wie erreicht man diese Effekte? Beim Saunabaden gibt es einiges zu beachten, da es gar nicht so ungefährlich ist, seinen Körper rund 100 Grad Celsius auszusetzen

  1. Ein Saunagang in der finnischen Sauna sollte acht bis zwölf und maximal 15 Minuten betragen. Generell gilt jedoch: Auf den eigenen Körper hören und spätestens rausgehen, wenn der Körper einem das signalisiert.
  2. Hohe Temperaturen heißt nicht gleich bessere Effekte. Im Gegenteil, denn unter Umständen kann es für das Herz-Kreislauf-System zu schwerwiegenden Folgen führen, wenn der Körper mit den zu heißen Temperaturen nicht zurecht kommt. Also statt bei 100 Grad Celsius auf der obersten Bank quälen, lieber bei 80 Grad Celsius auf der untersten Bank entspannen. Auch hier muss jeder auf den eigenen Körper hören. Ein weiterer Hinweis: Manche sitzen lieber in der Sauna, andere bevorzugen die liegende Position. In diesem Fall sollte man sich zwei bis drei Minuten vor Ende des Saunagangs aufrecht hinsetzen, um den Kreislauf an die aufrechte Haltung zu gewöhnen und Schwindel zu vermeiden.
  3. Nach der Sauna geht es direkt in die kalte Dusche. Zunächst sollte der Schweiß ausgiebig abgespült werden. Empfehlenswert sind außerdem ein kurzes Bad in einem kalten See, einem Tauchbecken oder das Abreiben des Körpers mit Schnee und Eis.
  4. Die Ruhepause zwischen zwei Saunagängen sollte mindestens so lange dauern, wie der Saunagang selbst. Noch besser: Eine Pause von mindestens 20 Minuten einhalten. Diese Zeit benötigt der Körper, um den Kreislauf zu stabilisieren und wieder etwas herunterzukühlen.
  5. Um den positiven Effekt zu verstärken werden zwei bis drei Sauna-Runden empfohlen. Dabei ist die Einhaltung der Pausenlänge und eine angemessenen Flüssigkeitszufuhr wichtig.
  6. Bei einem 15-minütigen Saunagang schwitzt der Körper rund 400 ml Flüssigkeit (inklusive Salze und Mineralien) heraus. Dieses Defizit muss ausgeglichen werden, weshalb ausreichendes Trinken wichtig ist. Dabei sollte vor allem auf Mineralwasser, Kräutertee oder isotonische Getränke zurückgegriffen werden. Zuckerhaltige Getränke sowie Alkohol besser vermeiden.
  7. Aufgüsse können die positiven Effekte verstärken. Dabei rufen die verschiedenen Kräuter oder ätherische Öle auch verschiedene Wirkungen im Körper hervor. So wirkt Minze beispielsweise eher aktivierend, erfrischend und kühlend während Lavendel eher entspannend und ausgleichend wirkt.
  8. Richtig auf die Sauna vorbereiten: Nicht mit vollem Magen in die Sauna gehen (die letzte Mahlzeit sollte mindestens zwei bis drei Stunden zurückliegen) und vorher bereits ausreichend viel trinken, damit der Körper nicht zu sehr austrocknet.
  9. Hygiene hat in der Sauna oberste Priorität. Daher ist es wichtig, immer ein großes Handtuch unterzulegen, denn wer möchte schon in dem Schweiß des Vormannes liegen?
  10. Nach der Sauna erstmal zum Sport: Das ist keine gute Idee, denn der Körper benötigt jetzt Ruhe und Erholung. Viele Menschen besuchen die Sauna eher in den Abendstunden und das aus gutem Grund. So kann man sich hinterher müde auf der Couch unter die Decke legen und weiter entspannen.

Saunieren bei Erkältung

Die Glieder schmerzen, die Nase läuft und der Husten will nicht aufhören. Jetzt erst einmal in die Sauna, um alle Erreger abzutöten. Doch sollte man auch noch in die Sauna gehen, wenn einen die Erkältung doch einmal erwischt hat? Ärzte sind sich einig: Besser nicht in die Sauna gehen. Warum saunieren jetzt ein schlechter Zeitpunkt ist, haben wir hier zusammengefasst:

 

  • Saunieren ist Entspannung pur? Das ist nicht ganz richtig. Auch wenn wir uns mental sehr entspannt fühlen, arbeitet unser Körper bei den hohen Temperaturen auch hochtouren. Bei Fieber steigt die Körpertemperatur und der Körper schwitzt verstärkt, was hierbei völlig normal und gesundheitsfördernd ist. Auch in der Sauna steigt die Körpertemperatur. Allerdings wirken die hier künstlich erzeugte Wärme und die extremen Temperaturschwankungen sehr belastend auf den ohnehin schon geschwächten Organismus. Dieser hat genug damit zu tun, die Krankheitserreger zu bekämpfen und abzutöten. Daher ist es ratsam, den Körper zu schonen und möglichst wenigen zusätzlichen Belastungen auszusetzen. Denn sonst dauert es nur länger bis man wieder gesund ist und das möchte doch keiner.
  • Fühlt man sich vor der Sauna schon nicht wohl im Körper, ist es nicht unwahrscheinlich, dass nach dem Saunabaden die Erkältung so richtig zugeschlagen hat. Denn tendenziell verstärken Saunagänge einen Infekt eher als ihn zu lindern. Viren fühlen sich bei Wärme wohl, die Keime vermehren sich so noch schneller und die Hitze der Sauna fördert zusätzlich die Verbreitung dieser eher als sie einzudämmen.
  • Nicht nur die Erkältung kann bei den heißen Temperaturen verstärkt werden, Saunieren kann sogar richtig gefährlich für das Herz-Kreislauf-System werden. Erste Anzeichen dafür sind Schwindel oder Herzrasen. Treten diese Symptome auf, sollte die Sauna sofort verlassen werden.
  • Nicht nur an sich selbst denken, sondern auch an die Mitmenschen. Ein weiterer wichtiger Punkt, weshalb Saunieren bei Erkältungen tabu ist: Die Rücksichtnahme auf andere Sauna-Gäste, die sich anstecken könnten.

Sauna bei Erkältung nur bei leichten Symptomen

Die Erkältung ist gerade erst im Anmarsch und es gibt nur wenige Symptome? Unter Einschränkung ist Saunieren in diesem Fall in Ordnung. Und auch wenn die Erkältung bereits am Abklingen ist, ist Saunabaden mit einer gewissen Vorsicht erlaubt. Jedoch ist es erst bei vollständiger Genesung wieder zu empfehlen.

Menschen, die ohnehin regelmäßig saunieren, können auch mit sehr leichten Symptomen die Sauna besuchen. Der Körper von routinierten Saunagängern ist die hohen Temperaturen und Temperaturwechsel gewohnt. Menschen, die nur selten die Sauna besuchen, sollten abwarten bis alle Symptome vollständig verschwunden sind. Generell gilt jedoch, immer in den Körper hineinspüren und auf das Bauchgefühl hören. Denn nur der eigene Körper weiß, was ihm guttut.

5 Tipps für Saunieren bei abklingender oder leichter Erkältung (gilt nur für erfahrene Saunagänger):

  1. Nur bei geringen Symptomen saunieren: Ein leichter Schnupfen oder ein Kratzen im Hals.
  2. Zu hohe Temperaturen meiden: Statt der finnischen Sauna mit 85 bis 95 Grad Celsius, beispielsweise die kühlere Bio-Sauna mit bis zu 75 Grad Celsius oder ein Dampfbad aufsuchen (Tipp: Die hohe Luftfeuchtigkeit und warme Luft befeuchtet die Schleimhäute sowie Bronchien und entkrampft die Atemwege)
  3. Das Tauchbecken mal ausfallen lassen, besser ist eine lauwarme Dusche.
  4. Nach dem Duschen warm anziehen, denn frieren fördert die Erkältung.
  5. Ein oder maximal zwei Saunagänge durchführen und dazwischen eine lange Pause machen.
  6. Viele Menschen mögen Aufgüsse in der Sauna. Insbesondere solche mit ätherischen Ölen, wie aus Minze, Eukalyptus oder Kamille wirken zudem antibakteriell und können potentielle Erreger abtöten.

Fazit: Der Mythos, dass Sauna bei Erkältungen hilft, hält sich hartnäckig. Regelmäßiges Saunieren stärkt zwar das Immunsystem und verbessert die Abwehrfunktion des Körpers, das dauert jedoch Wochen bis Monate und funktioniert nur, wenn der Körper auch gesund ist. Bei einer Erkältung sollte der Körper geschont werden. Nur so verschwindet diese bald wieder und das Saunabad kann umso schneller wieder genossen werden.

14 + 11 =

Pin It on Pinterest

Share This